Löwenzahn – die Pflanze der Lebenskraft
Stellen sie sich einen Frühling ohne gelb übersäte Wiesen vor. Unmöglich. Der Löwenzahn ist, trotz seines üblen Rufs als hartnäckiges Unkraut, als Frühlingsbote nicht mehr wegzudenken. Durch seine Anpassungsfähigkeit und Vitalität konnte sich der Löwenzahn von Asien über Europa bis nach Nordamerika ausbreiten und ist der am dichtesten verbreitete Korbblütler (= Asteraceae). Er wächst sowohl in der Ebene bis auch zur Baumgrenze.
Der Löwenzahn und seine Namen
In der mittelalterlichen Literatur wird der Löwenzahn (lateinisch: Taraxacum officinale) erstmals im 13. Jahrhundert unter verschiedenen Namen erwähnt wie: dens leonis, rostrum procinum und auch taraxacum. Den deutschen Namen hat er von seinen „gezähnten“ länglichen Blättern. Die Pflanze hat aber auch viele andere Namen wie z. B. Bettseicher oder Französisch pissenlit, was bereits auf die harntreibende Wirkung schliessen lässt, desweiteren auch Söiblueme, Chrottepösche oder dent-de-lion , dente di leone, tarassaco und schliesslich im englischen dandelion. Auch im berühmten Kräuterbuch von Hieronymus Bock aus dem Jahr 1539 wird der Löwenzahn beschrieben.
Der Löwenzahn und seine Wesenszüge
Die Blüte des Löwenzahns wechselt nach dem Verblühen ihre Farbe von leuchtend gelb zu silbern glänzend und die federleichten Samen werden vom Wind davon getragen. Die Wurzel ist äusserst stark und effizient und kann auch aus den unwirtlichsten Böden genügend Nährstoffe für das Wachstum der Pflanze zur Verfügung stellen. Der Stängel ist weich und hohl. Die Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit des Löwenzahns lässt sich auch auf unseren Körper und Geist übertragen. Die Leber, unser Chemielabor, hat zur Aufgabe Stoffe umzuwandeln, sei es zur körpereigenen Verwertung oder zur Ausscheidung über die Gallenflüssigkeit in den Darm. Im Laufe unseres Lebens sind wir immer wieder gefordert unsere Situation zu überdenken, anzupassen, zu verändern. Wertvorstellungen und Weltanschauungen sind mit zunehmender Lebenserfahrung und durch äussere Einflüsse Veränderungen unterworfen, die nicht immer ohne Mühe von statten gehen. Dies kann zu Ärger und Verbitterung führen, was oft mit Störungen der Leberfunktion und des Gallenflusses einhergeht. Der Löwenzahn ist also angezeigt bei einer ungenügenden Leberfunktion, die zu Erstarrungs- und Stauungs- und Ermüdungsprozessen führt.
Der Löwenzahn und seine wissenschaftlichen Aspekte
Namentlich die Bitterstoffe, welche in allen Pflanzenteilen vorkommen sind für die anregende Wirkung auf die Leber und den Gallenfluss hauptverantwortlich. Der hohe Gehalt an Kalium wirkt zudem harntreibend. Durch die Anregung des Stoffwechsels lässt sich der Löwenzahn sehr vielseitig einsetzen: rheumatische Beschwerden, Hautkrankheiten, Verdauungsbeschwerden (Störungen des Gallenflusses, mangelnde Fettverdauung, Verstopfung), zur Anregung der Nierentätigkeit, zur Unterstützung bei Fasten- und Entschlackungskuren. Nicht eingesetzt werden sollte der Löwenzahn bei: Gallenblasenentzündung, Verschluss der Gallenwege, Darmverschluss. Als Nebenwirkung können, wie bei allen bitterstoffhaltigen Heilpflanzen Magenbeschwerden in Form einer Magenübersäuerung auftreten.
Löwenzahn und seine Anwendung
Als Tee verwendet man die Löwenzahnwurzel oder auch die ganze Pflanze. Er ist offen oder auch im Portionenbeutel erhältlich. Des Weiteren wird er auch als Tinktur und als spagyrische Essenz verwendet. Meist wird der Löwenzahn nicht alleine sondern kombiniert mit anderen Heilpflanzen, entsprechend dem Beschwerdebild, eingesetzt.


