26.11.2025

Holunder

Holunder – der Schutzbaum

Einst war ein Holunderstrauch in jedem Garten zu finden, galt er doch als Schutz gegen Blitzschlag, Feuersbrunst und schwarze Magie. Allgemein glaubte man, dass der Holderbusch, uns wohlgesinnte Hausgeister, beherberge. Beim Vorbeigehen zog man sogar den Hut vor der Pflanze. Aber vor allem schätzten ihn Kräuterkundige wegen seiner Heilkräfte, die auch in der breiten Bevölkerung immer mehr Anwendung fanden.

Namen und Lebensraum

Möglicherweise stammt der Name Holunder von der Göttin Holla aus der nordischen Mythologie. Über sie gibt es zahlreiche verschiedene Sagen. Oft wird sie, in verschiedenen Varianten, als Richterin über Gut und Böse dargestellt. Auch das Märchen „Frau Holle“, der Gebrüder Grimm, ist eine der Geschichten über diese Göttin. Es kann aber auch sein, dass der Name aus dem Altdeutschen Wort „Holantar“ (hohler Baum) abgeleitet wurde, da sich das Mark aus den Zweigen sehr gut entfernen lässt.

Der schwarze Holunder, lateinisch: Sambucus nigra, ist ein mehrjähriges Geissblattgewächs (Caprifolicea). Im Mai bis Juli findet man die stark duftenden, weissen Blüten und im Oktober bis November kann man die schwarzen Beeren ernten. Der Holunder ist robust und anspruchslos, wächst auch im Halbschatten und ist an Waldlichtungen und Wegrändern zu finden.

Eigenschaften und Anwendung

Die Verwendung der Holunderbeeren ist seit der Steinzeit nachgewiesen. In der griechischen Antike beschrieb Hippokrates den Holunder als Heilpflanze und so blieb sie über die Jahrhunderte, nebst der Kamille, ein Volksheilmittel erster Wahl.

Nach neueren Untersuchungen wirken die verschiedenen Inhaltsstoffe der Holunderblüten fiebersenkend, schweisstreibend und abwehrkräftigend. Die Holunderbeeren werden teilweise als sehr mildes Abführmittel oder auch zusammen mit Holunderblüten in Form von Sirup bei Erkältungen eingesetzt.

Auch in der Küche findet der Holunder seine Anwendung. Sowohl aus den Blüten, wie auch aus den Beeren lässt sich Sirup, Konfitüre oder Gelée herstellen. Die Beeren sind für den rohen Verzehr nicht geeignet, da sie zu Erbrechen führen.

Wesen

Die Blüten streben nach Höherem, öffnen sich gegen den Himmel. Doch die Pflanze verliert dadurch nicht die Bodenhaftigkeit. Die Zweige neigen sich in einem Bogen nach oben und wieder der Erde zu, genau wie die Beeren, wenn sie reif sind.

Die Kraft des Holunders, verhilft dem Menschen zur Weiterentwicklung, zu Höherem, zur Reifung. Er hilft, wenn Menschen sich ihrer Aufgabe noch nicht bewusst sind. Er hilft, wenn engstirnige Menschen eine zu starre Weltanschauung haben und sich nicht mehr öffnen können für Veränderungen, ihre Entwicklung ins stocken geraten ist und sie nicht mehr die Möglichkeit haben, umfassende Zusammenhänge zu erkennen. Er hilft, wenn das „Bauchgefühl“ unterdrückt wird, man übereifrig in Prozesse eingreift und deren normale Entwicklung behindert.

Einsatzgebiet

In der klassischen Pflanzenheilkunde, in der Homöopathie und als spagyrische Essenz findet der Holunder seine Anwendung bei:

Fiebrigen Erkältungen; Husten und Schnupfen (auch sehr gut im Kindesalter); bei Entzündungen der Atemwege, welche schlecht ausheilen; chronischer Stirn- und Nasennebenhöhlenkatarrh und Raucherhusten.

Die Einnahme ist möglich als Tee, Tropfen, zusammen mit anderen Essenzen als Spagyrik-Spray, Sirup oder Globuli. nbk