9.8.2021

Cholesterin - gut oder böse?

Über «Cholesterin» wird allgemein viel diskutiert und da erhöhte Blutfettwerte zur Zivilisationskrankheit Nummer 1 – Herz- und Kreislaufproblemen – beitragen, wird oft schon Gesunden prophylaktisch Cholesterinhemmer, sogenannte Statine, verabreicht. Da diese Statine von Vielen nicht gut vertragen werden, und man über Sinn oder Unsinn von solchen Dauerbehandlungen kontrovers diskutiert, zeigen wir hier alternative Wege auf.

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, welche unser Körper in der Leber selber produziert und zahlreiche Funktionen erfüllt. So ist Cholesterin zum Beispiel Baustein für die Zellwände und notwendig für die Bildung von Hormonen, Gallensäure und Vitamin D3. Da Cholesterin schlecht wasserlöslich und dadurch im Blut schwer transportierbar ist, wird es im Blut an ein Lipoprotein, bestehend aus Fett und Eiweiss, gebunden. Ungefähr drei Viertel des täglichen benötigten Cholesterins wird in der Leber selbst synthetisiert und nur ein Viertel wird durch die Nahrung ergänzt. Trotzdem kann man durch eine Ernährungsumstellung positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel nehmen.

Grundsätzlich wird Cholesterin anhand der Dichte wie folgt differenziert:

LDL

Low Density Lipoprotein: geringe Dichte, transportiert das Cholesterin von der Leber, wo es gebildet wird zu den anderen Organen und Geweben. Der oft verwendete Ausdruck «schlechtes» Cholesterin kommt daher, dass bei einem hohen LDL-Spiegel eher Ablagerungen an den Gefässwänden der Arterien entstehen.

HDL

High Density Lipoprotein: hohe Dichte, transportiert das Cholesterin vom Gewebe zurück zur Leber, wo es abgebaut und über die Galle ausgeschieden wird. Weil es den Cholesterinspiegel im Blut senkt, gilt es als das «gute» Cholesterin. Bei einer Blutuntersuchung werden im Labor normalerweise drei Werte gemessen: das Gesamtcholesterin (<6.0mmol), die Menge an LDL (<4.1mmol) und die Menge an HDL (>1.1mmol). Diese Normwerte sollen als Orientierungshilfe dienen und mit den persönlichen Lebensgewohnheiten über die mögliche Therapie entscheiden. Leider wird vielerorts nur anhand der Werte für Gesamtcholesterin oder LDL ein Cholesterinsenker verschrieben. Vor allem in den USA ist dieser Trend deutlich sichtbar. Dort nehmen etwa 120 Millionen Menschen regelmässig solche Medikamente ein.

Ursachen von erhöhten Cholesterinwerten:

  • Vererbte Veranlagung
  • Falsche Ernährung (Fast Food)
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Stress

Mögliche Folgen von zu hohen Cholesterinwerten:

  • Arteriosklerose
  • Koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkt
  • Beinarterienverschluss (periphere arterielle Verschlusskrankheit; Pavk)
  • Cholesterinablagerungen in der Haut, an den Augenlidern und an den Zwischenfingerfalten in Form gelblicher Knötchen
  • Cholesterinablagerungen an den Sehnen, bevorzugt der Achillessehnen
  • Übergewicht (indirekte Folge)

Stellt der Arzt einen zu hohen Cholesterinwert fest, so gilt es, den eigenen Lebensstil zu überdenken. Wichtig sind nebst ausreichender Bewegung und einer guten Work-Life-Balance, dass man den Genussmittelkonsum reduziert, sowie das Trink- und Essverhalten anhand der Ernährungspyramide (wenig Fleisch – viele Ballaststoffe) optimiert. Eher selten und daher wenig bekannt sind die Folgen von zu tiefen Cholesterinwerten, welche sich durch Symptome wie Gefässschäden infolge Strukturverlust, Depressionen oder als Auslöser für Aggressionen zeigen.

Nahrungsfasern – oft unterschätzt!

Wasserlösliche Fasern besitzen nachweislich die Fähigkeit, aggressive Toxine und Gallensalze im Darm zu binden und über den Stuhl auszuscheiden. Als Ersatz für die ausgeschiedenen, fasergebundenen Gallensalze, muss die Leber neue Gallensäure bilden. Dafür wird Cholesterin benötigt, welches aus dem Blut in die Leber transportiert wird. Dadurch verringert sich der Cholesteringehalt im Blut. Dieser cholesterinsenkende Effekt gilt in erster Linie für wasserlösliche Fasern, wie zum Beispiel Flohsamenschalen, Hafer- und Weizenkleie.

Pflanzliche «Cholesterinsenker»

Eine einfache Möglichkeit, den Cholesterinwert positiv zu beeinflussen ist, vermehrt bittere Lebensmittel in den Speiseplan einzufügen, wie zum Beispiel Artischocke, Rosenkohl, Chicorée oder Rucola Salat, um nur Einige aufzuzählen. Wer nicht gerne «bitter» isst, kann sogar einen intensiveren Effekt auch mit Bitterstoff-Tinkturen Mischungen erreichen. Typische Pflanzen sind die Mariendistel, die Artischocke, der Wermut oder das Tausendgüldenkraut, welche unter anderem in unseren Leber-Galletropfen enthalten sind.

Spagyrische Varianten

In der Spagyrik kommen auch einige weniger bekannte Pflanzen, wie der Medizinal-Rhabarber oder die Mineralessenz Vanadium metallicum zum Zuge. Das Praktische an der Spagyrik ist ja bekanntlich, dass man fünf bis sechs Essenzen mischt, um das Beschwerdebild möglichst breit abzudecken.

Hier eine Auswahl an Essenzen, um eine individuell optimale Mischung zu erstellen:

  • Rheum palmatum (Medizinal-Rhabarber): wirkt generell verdauungsregulierend und fördert die Cholesterinausscheidung.
  • Cynara scolymus (Artischocke): wirkt galleanregend und dadurch cholesterinausscheidend.
  • Carduus marianus (Mariendistel): wirkt leberschützend und sorgt für eine allgemein gute Leberfunktion.
  • Punica granatum (Granatapfel): fördert die Cholesterinausscheidung und reguliert Drüsen.
  • Vanadium metallicum (Vanadium): hat als Spurenelement verschiedene enzymatische Stoffwechselaufgaben und somit Einfluss auf die Cholesterinproduktion. Es fördert die Cholesterinausscheidung, vor allem bei zu viel LDL.

Gerne stellen wir für Sie einen optimalen Lösungsvorschlag zusammen, kommen Sie vorbei, wir beraten Sie gerne!

Cholesterinreiche Lebensmittel:

  • Eier, Butter, Rahm
  • Fettreiche Milch und Käse
  • Fleisch, Wurst
  • Leber, Innereien allgemein

Cholesterinarme Lebensmittel:

  • Pflanzliche Öle, Margarine
  • Vollkornprodukte
  • Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gemüse
  • Obst und Nüsse
  • Fisch, viele Omega-3-Fettsäuren
  • Ballaststoffe

Erschienen in der Zeitschrift der Natura Drogerien AG im Mai 2016