30.6.2026

Alle rezeptfreien Medikamente gibt es in der Drogerie!

Auch bei natürlichen Heilmitteln nur mit Fachberatung

Von Sabine Reber, vitagate ag/Schweizerischer Drogistenverband

Drogerien bieten neben allen rezeptfreien Arzneimitteln auch ein breites Sortiment an natürlichen Heilmitteln an. Diese sind beliebt, da sie häufig als schonender und verträglicher wahrgenommen werden als chemische Arzneimittel. Drogist und Heilkräuterspezialist Hanspeter Michel aus dem appenzellischen Teufen sagt: «Viele natürliche Heilmittel sind tatsächlich völlig problemlos. Ich denke hier an Bachblüten, Spagyrik, Schüssler Salze oder homöopathische Mittel in tiefen Potenzen. Sie alle sind sehr gut verträglich.» Auch Tees sind in den meisten Fällen unproblematisch.

Gute Beratung lohnt sich

Wichtig ist für alle Arten von Heilmitteln, ob natürlich oder synthetisch, immer die Beratung durch eine Fachperson in der Drogerie oder Apotheke. «Besonders aufmerksam sind wir bei Säuglingen und Kleinkindern, bei Frauen, die stillen, sowie bei Schwangeren.» So kann in der Schwangerschaft beispielsweise Vorsicht geboten sein bei gewissen Arzneitees. Etwa solchen mit Sennesblättern, bei denen sogar ein Abortrisiko besteht. Auch Nieren-Blasen-Tees sind in der Schwangerschaft nicht immer angebracht. Enthalten sie Bärentraubenblätter, sollten sie nicht getrunken werden.

Richtige Einnahme und Dosierung

In der Selbstmedikation gibt es auch ein grosses Angebot an Phytopharmaka. Diese pflanzlichen Heilmittel enthalten keine exakt definierte Einzelsubstanz, wie es bei chemischen Arzneimitteln der Fall ist, sondern sie sind aus vielen verschiedenen Substanzen zusammengesetzt. Pflanzliche Arzneimittel gelten oft risikoärmer als chemisch-synthetische, die in der Regel isolierte und stark wirksame Arzneistoffe enthalten. Phytopharmaka eignen sich deshalb gut für leichte bis mittlere Beschwerden und können bei chronischen Beschwerden nach ärztlicher Abklärung unterstützend eingesetzt werden. Trotzdem können, wie bei allen Medikamenten, Neben- und Wechselwirkungen auftreten. «Auch bei Phytopharmaka ist es immer wichtig, sich durch eine Fachperson beraten zu lassen, aber auch die Packungsbeilage zu studieren. Eine Fachperson kann einschätzen, wann die Einnahme unproblematisch und wann Vorsicht geboten ist. Und sie weiss auch, wann eine noch sanftere, risikofreie Therapie, etwa mit Spagyrik oder Homöopathie, angebracht sein kann.»

Kommen Sie vorbei, wir beraten Sie gern!